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Ich lösch mich dann mal raus – Google Street View

Ich lösch mich dann mal raus – Google Street View

Ich wohne in einem schönen Haus und muss meine Adresse nicht verstecken. Vor Einbrechern und Datenmissbrauch fürchte ich mich nicht besonders. Die Fenster zur Front sind sogar abschreckend mit Gittern gesichert. Und in meinem Vorgarten hat das Googleauto vermutlich nur Pinienzapfen und Eichhörnchen entdeckt.

Trotzdem will ich dieses Idyll aus Google-Street-View löschen lassen. Wieso eigentlich, wenn mich das Bild im Internet gar nicht stört? Sorry Google, aber ich will immer noch selbst entscheiden, welche Informationen über mich und mein Leben im Netz verbreitet werden. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ja, ich bin der Meinung, dass die Rechte an Bildern von mir und meinem Haus und meinetwegen auch meinem Hund und meinem Auto bei mir und nicht bei irgendeiner Firma liegen. Wenn Google mich freundlich gefragt hätte, vielleicht hätte ich ja gesagt, so wie ich auch zu einem Freemailer „ja“ sage oder zu einer Facebook-Existenz. Der Unterschied: Bei Facebook und Co bin ich wie jeder andere Nutzer selbst aktiv geworden, Google sammelt mich und mein Haus dagegen ungefragt einfach ein. Das „großzügige“ Angebot, dass ich nun widersprechen darf, empfinde ich als Frechheit.

Scheinheilige „Panoramafreiheit“
Ebenso regen mich die schiefen Vergleiche der Google-Befürworter zur Rechfertigung der Datensammelei auf. Richtig, mein Haus ist schon jetzt öffentlich. Wer will, kann sich davor hinstellen und es nach Herzenslust anschauen. Vermutlich wird allerdings kaum jemand eine Trittleiter mitnehmen, um besser über den Zaun schauen zu können. Nur hat der Blick im Vorübergehen nichts mit dem industriellen Ablichten und Verwerten des gesamten öffentlichen Raums zu tun, den Google jetzt vornimmt. Es ärgert mich, wenn die geplante umfassende Digitalisierung aller Straßen diese Welt scheinheilig mit der sogenannten „Panoramafreiheit“ begründet wird. Einem Rechtsinstrument, mit man im Kaiserreich die Arbeit von Künstlern ermöglichen wollte. Die Google-Maschine präsentiert sich so als eine Art omnipotenter, allessehender Landschaftsmaler.

Daten sind keine milden Gaben
Freude macht mir die Street-View-Geschichte also nicht. Schon das wäre Grund genug nicht mitzumachen. Und warum sollte ich nicht widersprechen? Weil der massenweise Widerspruch das neue Geschäftsmodell von Google schädigen könnte? Sorry, ich muss kein eingefleischter Google-Gegner sein, damit mir deren Geschäftspläne herzlich egal sind. Ich spiele ja auch nicht bei irgendwelchen „Ehemaligen“-Datenbanken mit. Im Gegenteil: Wenn Daten Geld wert sind und wenn Google mit diesen – mit meinen – Daten Geld verdienen will, ist das ein Signal, vorsichtig zu sein. Auf keinen Fall werde ich irgendwelche Daten umsonst als milde Gabe hergeben.

Wem nutzt es?
Was hätte ich auch davon? Im Gegensatz zu anderen Diensten kann ich leider keinen Gegenwert erkennen, den ich für meine Teilhabe am großen Street-View-Spiel erhalte. Ich kenne das Angebot, habe es auch mal angeschaut, aber ein Nutzer bin ich nicht. Viele Befürworter überschlagen sich mit Lobreden, wie toll und nützlich für die ganze Welt die Abbildung aller Straßen im Netz ist. Sollen sie sich freuen, aber sollen sie auch daran denken, dass Google nicht Mutter Theresa ist. Google hat alles Recht der Welt, diesen Dienst abzuknipsen, wenn er die Erwartungen der Company nicht erfüllt. Stimmt der Businessplan nicht, wird die Welt wieder ohne Steet-View leben müssen. Aber auch wenn Google morgen Street View wie gestern Wave abschalten würde, ich würde es nicht merken, geschweige denn vermissen. Also sollen sie bitte ohne mich glücklich werden.

hier gibts das Original

Ich finde dieser Artikel trifft genau den Punkt.

Sicher ist Street View nett.   Aber ich darf auch nicht einfach von Haus zu Haus gehen und fremde private Häuser, Grundstücke usw fotografieren und diese dann auf  meiner Webseite still und heimlich veröffentlichen.

Ich muss die Leute vorher fragen ob ich das darf.

Hat euch Google gefragt ob sie mit Bildern eurer Wohnung Geld verdienen dürfen?

Und ja so sieht es nämlich wirklich aus. Google ist kein Gemeinnütziger Verein der das aus Nettigkeiten tut sondern er verdient durch so perfekt angepasst Werbung Milliarden Euro  im Jahr.

Und ich denke nicht das ihr davon schon was abbekommen habt.

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