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Dresden Hochwasser – PEGEL SINKT!

Nach 2 Tagen steigendem Pegel, den ich mir großer Aufmerksamkeit verfolgte, brach ich jegliche Fotoaktivitäten ab. Auch wenn die Weißeritz in Dresden bereits am sinken war, steigte doch die Elbe weiter an, da das Hochwasser aus der Tschechei langsam eintraf.

Nun wahren viele Anwohner, Helfer und natürlich THW, Bundeswehr und Feuerwehr dabei die Dämme zu sichern, Sandsäcke zu füllen, breit zu fahren und Dämme zu bauen. Wie anstrengend das wird, wenn man Tage lang unermüdlich die schweren Säcke schleppt und stapelt, kann sich sicher jeder vorstellen.

Damit auch ich meinen Beitrag leisten kann, entschloss ich mich die Helfer zu unterstützen. Die Jungs und Mädels von der Facebook-Seite „Hochwasser Dresden 2013 info“ organisierten viele Lebensmittel in Form von Getränken, Essen, Süßem und warmen Speisen, brauchten aber dringend zuverlässige Fahrer. Ich bot meine Dienste sofort an und fuhr kurz darauf schon zusammen mit dem Phillip die ersten Lieferungen abholen.

Etwas chaotisch ging es schon zur Sache, da die Koordination von Verpflegung besorgen, vorbereiten und dann an die richtigen Orte verteilen, sich als schwierig erwies. Vergessen wir dabei nicht, dass wir alle das privat aus eigener Initiative machten, weder zuverlässige Quellen oder irgendeine Erfahrung in diesem Bereich hatten. Dabei sei gleich mal erwähnt das Seitens der Stadtverwaltung keine Hilfe für die Bürger angeboten wurde! Nach 3 Tagen Hochwasser wurde von der Stadt eine Hotline eingerichtet, die völlig überfordert, uninformiert und ratlos war! Aber wie die Jugend so ist, geht man eben andere Wege. Viele Facebook-Seiten und tausende Anhänger fanden sich zusammen und teilten mit, wo Hilfe oder Lebensmittel benötigt werden. Schwierig wurde nur herauszufinden wie ernst der POST ist und ob er doch schon inzwischen veraltet war. So wurde aus dem Auto nebenbei noch ein mobiles Informationszentrum.

Unterstützt wurde wir vor allem durch eine sehr große Lebensmittelspende vom Kaufland. Hier wurde 2 Paletten Getränke, 4 volle Kisten mit Brötchen sowie zahlreiche Packung an Wurst und einiges mehr bereit gestellt. Auch dafür das wir unterwegs mit dem Auto nicht stehen bleiben wurde gesorgt. Aber auch herzlichen Dank an DR.Doer wo wir sehr viel frischen Fleischsalat als Aufstrich bekommen haben sowie die Volkssolidarität Dresden, die uns eine Menge an warmen, frisch zubereiteten Essen zur Verteilung bereit gestellt hatte. Formel4-Fitness versorgte uns ebenfalls mit geschmierten Brötchen und andere Bäcker und Fleischern ebenfalls mit allem was sie hatten.

All diese Verpflegung hieß es aber nun auch zu verteilen. 2 Tage lang sind wir nun also quer durch Dresden gefahren um alle Stellen wo Hunger oder Durst herrschte zu erreichen, zwischendurch wieder neue Verpflegung besorgen und zum vorbereiten bringen. Die größten Anlaufstellen für unsere Lieferungen waren dabei der Stadtteil Übigau wo Dämme erbaut wurden, Leuben wo uns die Bundeswehr half die Lebensmittel über die überfluteten Straßen in die Wohngebiete zu bringen, sowie die Leipziger Straße wo durchweg sehr viele Helfer versorgt werden mussten. Aber auch Pillnitz erreichten wir mit vielen Hindernissen und Hürden, umso mehr freuten sich die Anwohner dort aber über die Lieferung, da bisher keine Hilfe von Außerhalb bis dahin durchdrang. Cossebaude und Radebeul wahren auch dankbare Abnehmer, besonders nachts in den kleineren Ecken direkt an der Elbe. Da half die Bundeswehr die Deiche zu sichern.

Oft war es nicht leicht die richtigen Stellen anfahren zu können, bedenkt man die Verkehrssituation, die vielen Sperrungen und überfluteten Straßen. Dazu kommen die zahllosen Polizeisperrungen die notwenig wahren um den Verkehr in Griff zu bekommen und Autos vom Wasser fern zu halten. Dem ein oder andern Polizist muss mana uch erst mal erklären was man will, schließlich fahren wir nicht mit einem Feuerwehrauto sondern mit einem Privatfahrzeug ohne Sirene. Passieren konnten wir dennoch fast alle Stellen problemlos, schließlich freut sich auch jeder Polizist über eine warme Mahlzeit zwischendurch. Erreicht man einen Einsatzort zum dritten mal, wird man schon freundlich begrüßt und durch gewunken, das machte es dann natürlich etwas einfacher die Lebensmittel zu verteilen.

Zusammenfassend bin ich sehr froh in Dresden zu wohnen! Der Zusammenhalt, die Freude und die Eigeninitiative der Leute ist das Beste was ich bisher erleben durfte! Die strahlenden dankbaren Gesichter wenn man ein Teller Suppe, ein Brötchen oder etwas zu trinken überreicht kann kein Geld aufwiegen! Daher war mir es auch viel wichtiger an den jeweiligen Orten schnell abzuladen und direkt weiter zu den nächsten zu fahren, als dort mit der Kamera daneben zu stehen und Fotos zu machen! Daher seht es mir nach, dass es diesmal nur wenige Schnappschüsse mit dem Handy, statt schöner Fotos mit der Kamera sind. Ich wollte lieber weiteren Leuten etwas gutes tun, statt dort rumzustehen und zu fotografieren.

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